Umwelt Statement des Vereins Starflight

Aufgrund der zunehmenden Veränderung unseres Weltklimas durch den erhöhten Ausstoss von CO2 und anderen Treibhausgasen, steht die Fliegerei immer mehr im Fokus der Umweltdebatte.

Starflight hat sich deshalb dazu entschieden alle CO2 Ausstösse ihrer Flotte zu kompensieren. Mehr dazu im Detail weiter unten im Text.

Als Verein und auch als individuelles Mitglied machen wir uns alle Gedanken zu unserem Einfluss auf das Klima-Problem und behandeln in diesem Text fachlich unsere Überlegungen.

Globaler Einfluss der Fliegerei

Global gesehen hat die Fliegerei momentan einen sehr kleinen Einfluss auf den Gesamtausstoss von Treibhausgasen, je nach Quelle beläuft sich dies auf 2-3%. Schaut man sich den gesamten Verbrauch des Verkehrs an (Strasse, Schiene, Wasser, Luft) liegt dieser bei ca. 25 – 35%. Somit macht die Fliegerei nicht mal 10% der CO2 Belastung des Verkehrs aus.

Quelle: https://www.klimaschutz-portal.aero/

In der Schweiz haben wir ein höheren Prozentanteil des Verkehrs (32% im Jahr 2017), da die Stromproduktion im Vergleich mit dem Rest der Welt sehr sauber produziert wird.

Quelle: https://www.bafu.admin.ch/bafu/en/home/topics/climate/in-brief.html

Einfluss der Kleinaviatik

Die Kleinaviatik hat weniger als 1% Anteil am CO2 Ausstoss der ganzen Luftfahrt in der Schweiz. Und somit einen verschwindend geringen Einfluss auf die gesamte Umweltproblematik. Es wird mehr Benzin für die „Gartenpflege“ benutzt als verflogen wird.

Wir tanken mit der Antonov sowohl als auch mit den meisten anderen Kleinflugzeugen das Flugbenzin AVGAS. AVGAS ist ein verbleites Benzin und wird nur in der Kleinaviatik verwendet. Als einziges verbleites Benzin führt es zu 100% des Ausstosses von Blei und Bromiden in der Schweiz. Dies jedoch in sehr kleinen Mengen.

Der Ausstoss pro kg Flugtreibstoff beträgt 3.15kg CO2. Dies unabhängig der Technologie des Motors.

Ein Kolbenmotor der „uralt“ Technologie, wie er in der Antonov verbaut ist, stösst als Nebenprodukt hauptsächlich CO (Kohlenmonoxid) aus. CO gilt nicht als direktes Treibhausgas, kann aber die Ozonschicht beeinflussen. Die Kleinaviatik stösst daher 40% des CO der Fliegerei aus.

Quelle: Studie BAZL

Ein grosser Faktor des Treibhausgaseffekts von Verkehrsflugzeugen ist die Bildung von Kondensstreifen. Forschungen sind noch im Gange, aber es wird angenommen, dass dies den Klimaeffekt um Faktor 2 – 4 verschlimmert und wird meistens berücksichtigt, indem der CO2 Ausstoss verdoppelt dargestellt wird. Dieser Effekt tritt bei Flügen in der Kleinaviatik nicht auf.

Verbrauch der Antonov

Nach dieser Auflistung der Facts kommen wir nun zur Berechnung der Antonov. Wir verbrauchen im Schnitt 230 Liter AVGAS pro Flugstunde. Dies beträgt 165kg (Dichte 0.72kg/l). Mit den Daten aus der Studie ergibt das folgende Werte:

Im Vergleich ein paar Verbrauchswerte anderer Aktivitäten:

Ein Ausflug mit einer Gruppe von 10 Personen mit der Antonov ins Tessin stösst somit 2.7x weniger CO2 aus als die gleiche Gruppe für einen City-Trip nach London mit dem Verkehrsflugzeug.

Neben dem AVGAS verbraucht unsere Antonov auch ca. 4 Liter Öl pro Flugstunde. Dies sieht zwar spektakulär dreckig aus, ist aber vernachlässigbar in dieser Statistik. Wir entsorgen das Öl korrekt, achten auf einen vorsichtigen Umgang, um nicht das Grundwasser zu verschmutzen. Wir waschen das Flugzeug nur auf den dafür geeigneten Plätzen mit Filtrierungssystem.

Beitrag der Antonov zur Klimaproblematik

Die Antonov ist nicht ein tägliches Transportgerät, sondern dient der Erhaltung eines Stücks Geschichte. Diese Freude an der Nostalgie teilen wir mit unseren Passagieren und Zuschauern. Ein Flug in einer Antonov dauert für einen Passagier durchschnittlich 15min und er nimmt dabei eine Erfahrung mit, die über längere Zeit Freude bereitet. Viele Begeisterte steigen nicht mal für einen Flug ein, sondern finden die Freude nur schon beim Zuschauen.

Der Nutzen und Freude unserer Flugzeuge überwiegen die verschwindend kleinen negative Effekte auf die Umwelt.

Wir beschäftigen uns deshalb persönlich für Projekte mit grösserem Einfluss auf die Klimaproblematik. Dies sind: Alternative Energieproduktion, alternativer Strassentransport, unnötiger Transport von Waren und Nahrungsmittel etc. Eine Reduktion der Treibhausgase bei der Energieproduktion um 10% hätte den gleichen Effekt wie die kompletten Einstellung des weltweiten Flugbetriebs!

Starflight kompensiert die jährlichen ca. 30 Tonnen CO2 und investiert in Projekte in den Bereichen Energieproduktion und alternative Antriebe für den Verkehr.